Ideenwerkstatt für Wissenschafts­journalismus
zu Mathematik, Informatik und Physik

Das MIP.labor ist eine Ideenwerkstatt für Wissenschaftsjournalismus in Mathematik, Informatik und Physik. Mit einem attraktiven Fellowship-Programm fördern wir Journalist*innen und andere Medienschaffende, die Themen aus der Mathematik, Informatik oder Physik journalistisch beleuchten wollen. Wir entwickeln im Team mit Fellows und Wissenschaftler*innen neue Formate, vor allem für junge Zielgruppen. So stärkt das MIP.labor den Wissenschaftsjournalismus – für eine reflektierende gesellschaftliche Teilhabe an der Wissenschaftswelt.

Format­entwicklung

Im MIP.labor entwickeln die geförderten Fellows und das Team innovative visuelle und/oder virtuelle Formate für den Wissenschaftsjournalismus zu Themen aus Mathematik, Informatik und Physik.

Fellowship­-Programm

Über das hochkarätige Fellowship-Programm erhalten bis zu fünf Journalist*innen jeglichen Hintergrunds pro Semester ein Stipendium. Mit einer Projektidee können sie sich sechs oder zwölf Monate lang intensiv in Themen der Mathematik, Informatik oder Physik einarbeiten und ihr wissenschaftsjournalistisches Portfolio aufbauen und ausweiten. In Zusammenarbeit mit dem Team des MIP.labor können die Fellows in dieser Zeit innovative, wissenschaftsjournalistische Formate entwickeln. Die flexiblen Rahmenbedingungen ermöglichen volle Konzentration auf das Fellowship sowie ausreichend Freiraum für anderweitige Projekte und Verpflichtungen.

Tandem­partner*innen

Allen Fellows steht je ein*e Wissenschaftler*in als Tandempartner*in zur Seite. In den Tandems werden geeignete wissenschaftliche Themen für die Kommunikationsformate gefunden sowie fachliche Fragen geklärt.

Forschung

Ein weiteres wichtiges Ziel des MIP.labor ist die praktische Forschung zum Wissenschaftsjournalismus in den Fächern Mathematik, Informatik und Physik. Hierzu werden die entwickelten Formate in ihrer Wirkweise untersucht. Die nötigen Evaluations-Tools werden parallel zu den Formaten entwickelt und implementiert.

Netzwerk

Im Laufe der Projektdauer von drei Jahren entsteht durch stetigen Austausch und Veranstaltungen ein Netzwerk, in dem sich Wissenschaftler*innen aus den MIP-Fächern, Wissenschaftsjournalist*innen sowie Interessierte und Partner*innen des Projekts verknüpfen können.

Das MIP.labor ist angesiedelt an der Freien Universität Berlin und wird durch die Klaus Tschira Stiftung ermöglicht.

Fellowship

Mit dem Fellowship-Programm fördern wir neben etablierten insbesondere auch angehende Wissenschaftsjournalist*innen, darunter solche, die aus einem anderen Themengebiet ins Wissensressort wechseln wollen, sowie Wissenschaftler*innen, die den Weg in den Wissenschaftsjournalismus anstreben. Wichtig für alle ist, dass sie sich auf etwas Neues einlassen und sich während ihres Fellowships intensiv mit den Inhalten der Fächer Mathematik, Informatik oder Physik auseinandersetzen wollen.

Im Fellowship soll ein innovatives, wissenschaftsjournalistisches Format entwickelt werden. Dazu ist es nicht notwendig, sich bereits besonders gut in Mathematik, Informatik oder Physik auszukennen. Unterstützung erhalten die Fellows durch das Team des MIP.labor. Jedem Fellow wird ein*e Tandempartner*in aus der Wissenschaft zur Seite gestellt, um bei der Orientierung in den jeweils relevanten Fächern zu helfen. Wer noch wenig journalistische Praxis hat, bekommt zusätzlich eine*n journalistische*n Mentor*in.

Die flexiblen Rahmenbedingungen bieten verschiedene Arbeitsmodelle: Die Wahl zwischen 2,5- oder 4-Tage-Woche lässt es den Fellows frei, ob sie sich voll auf das Fellowship konzentrieren möchten oder eher Freiraum für Projekte nebenher brauchen. Der Standort kann remote oder in Berlin sein.

Ziel des Programms ist es, den Wissenschaftsjournalismus in Mathematik, Informatik und Physik zu stärken – für eine reflektierende gesellschaftliche Teilhabe an diesem Bereich der Wissenschaftswelt. Mit dem offenen Zuschnitt des Fellowship-Programms wollen wir der Vielfalt der Karrierewege Rechnung tragen.

Bewerbungs­voraus­setzungen

  • Entweder: Erfahrungen mit Journalismus und Wunsch, sich auf Themen aus den Bereichen Mathematik, Informatik und/oder Physik zu spezialisieren.
  • Oder: vertiefte Kenntnisse in Mathematik, Informatik und/oder Physik und Interesse an einer beruflichen Tätigkeit im Wissenschaftsjournalismus.
  • In beiden Fällen: entschlossene Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen.

Wir bieten Ihnen

  • Ein attraktives Stipendium für 6 Monate in Vollzeit oder 12 Monate in Teilzeit. (Vollzeitstipendium zwischen 3400 EUR und 4200 EUR pro Monat je nach Erfahrung.)
  • Eine gesicherte Projektfinanzierung bei journalistischer Unabhängigkeit.
  • Ein interdisziplinäres Team aus Expert*innen für Wissenschaft, Wissenschaftskommunikation und Software-Entwicklung.
  • Die Möglichkeit, sich im Wissenschaftsjournalismus weiterzubilden bzw. das journalistische Portfolio zu diversifizieren.
  • Die Möglichkeit, innovative Formate zu entwickeln.
  • Kontakt zu Wissenschaftler*innen.
  • Flexible Arbeitsmodelle: Zur Auswahl steht die Arbeit von remote oder in einem attraktiven Arbeitsumfeld an der Freien Universität Berlin. Das Fellowship-Projekt kann an 4 Tagen/Woche (bei 6-monatiger Laufzeit) oder an 2,5 Tagen/Woche (bei 12-monatiger Laufzeit) umgesetzt werden.

Bewerbung als fellow

Sie möchten sich am MIP.labor bewerben? Bitte reichen Sie dazu neben einem Lebenslauf und mindestens zwei Arbeitsproben auch eine aussagekräftige Projektskizze ein. Nähere Informationen zum Bewerbungsverfahren finden Sie in den FAQ.

Wenn Sie sich für das Fellowship interessieren, freuen wir uns sehr, wenn Sie schon vor dem Einsenden der Bewerbungsunterlagen mit uns in Kontakt treten. Fragen zum Projekt und zur Bewerbung beantworten wir gern unter mail@miplabor.de

Fellows

Hier stellen sich unsere aktuellen Fellows mit ihren Projektideen vor. Die Projekte der ehemaligen Fellows finden Sie unter Projekte.

Nina Beier
Schon während ihres Physikstudiums hat Nina Beier in Praktika unter anderem beim Physik Journal und dem Bayerischen Rundfunk erste Erfahrungen im Wissenschaftsjournalismus sammeln können. Nach ihrem Abschluss absolvierte sie ein redaktionelles Volontariat bei der Produktionsfirma Bilderfest in München und produzierte Beiträge für das YouTube-Format „Terra X plus“ sowie für die Fernseh-Wissenssendung „P.M. Wissen“. Neben diesem journalistischen Know-How möchte sie ihre Kenntnisse aus Illustration und Video nutzen, um Themen aus Mathematik, Informatik und Physik mehr Raum im Wissenschaftsjournalismus zu geben. (Foto: © Lena Gräf)
Willkommen in der MIP-WG
Ohne Frage: Forschung im Bereich der Mathematik, Informatik und Physik kann ziemlich abstrakt und schwer greifbar sein. Wie wäre es, wenn wir sie einfach nach Hause holen? In der Quantensimulation beispielsweise untersuchen Forschende anhand einer Gitterstruktur aus Licht die Eigenschaften neuer Materialien. Für ein Modell des Gitters muss man aber nicht extra in ein Labor fahren, es reicht ein Blick in die Küche. Denn Atome sitzen auf dem Gitter wie Eier in einem Karton. In ihrem YouTube-Format möchte Nina Beier solche komplexen Forschungsfelder mit Alltagsgegenständen erklären und dabei jungen Forschenden die Möglichkeit geben, in lockerem Umfeld über ihre Arbeit zu sprechen. Wer jetzt mehr wissen möchte, ist herzlich auf ein Spiegelei in der MIP-WG eingeladen.
Carl Smith
Carl Smith ist studierter Biologe und Journalist und arbeitet seit zehn Jahren für die öffentlichrechtliche Rundfunkgesellschaft ABC in Australien. Als Wissenschaftsreporter hat er Inhalte für Radio, Fernsehen und schriftliche Formate sowie Features für die BBC und WNYC produziert und präsentiert. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Seit 2017 ist er Host und Autor des Podcasts „Short & Curly“. Er ist in verschiedensten journalistischen Formaten zu Hause und kann so auch komplexe Themen an unterschiedliche Zielgruppen vermitteln. (Foto: © Tiger Webb)
Mit dodgy data in eine bessere Zukunft?
Mit Künstlicher Intelligenz verbinden wir oft große Hoffnungen. Ob soziale Ungerechtigkeit oder Klimakatastrophe – was Menschen nicht zu lösen wussten, soll bald die KI richten. Entsprechend groß sind auch die Budgets, die führende Techfirmen in deren Entwicklung stecken. Dabei übersehen viele, dass Systeme wie ChatGPT mit unseren Daten trainiert werden. So übernehmen sie nicht nur unser Wissen, sondern auch unsere Vorurteile und andere Unzulänglichkeiten. Carl Smith möchte mit einer Serie von Comic-Strips junge Menschen für die Probleme rund um Machine Learning und KI sensibilisieren und die Lücke zwischen Erwartung und Wirklichkeit sichtbar machen. Denn nur mit fundiertem Wissen können sie den rasanten Entwicklungen auf diesem Gebiet souverän begegnen.
Sina Loriani
Sina Loriani ist Physiker und Illustrator. Er hat zunächst zu Quantensensorik promoviert und forscht nun am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zu Kipppunkten und der Stabilität des Erdsystems. In seiner Arbeit an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis nutzt er seine Zeichnungen, um zwischen den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zu vermitteln. Er hat bereits mehrere Kinderbücher sowie das populärwissenschaftliche Buch „Foellig nerdiges Wissen“ von Jens Foell illustriert. (Foto: © Alina Langenhagen)
Wenn der Joker zum Jobcenter muss
Die Kipppunkte in unserem Klimasystem sind eigentlich ideal für einen Comic-Bösewicht: Ein bisschen Gletscher schmelzen, ein bisschen im Ozean rühren, das System über die Schwelle schubsen und schon kann man sich zurücklehnen und der Zerstörung der Welt zuschauen. Was aber macht ein Comic-Bösewicht, wenn die Menschen das alles schon ohne ihn erledigen? In seinem Projekt am MIP.labor entwickelt Sina Loriani einen interaktiven Webcomic, der dieser Frage nachgeht und dabei die Dynamiken unseres Erdklimas erklärt.
Demian Nahuel Goos
Demian Nahuel Goos ist promovierter Mathematiker und ist seit mehreren Jahren in der Wissenschaftskommunikation aktiv. Er hat bereits mehrere Projekte zur Vermittlung wissenschaftlicher Arbeit und künstlerischer Aufarbeitung mathematischer Themen mit ins Leben gerufen. Seit 2019 nimmt er als Science Communicator am Heidelberg Laureate Forum teil. Mit dem MIP.labor möchte er nun den Sprung in den Wissenschaftsjournalismus wagen und eine emotionale Bindung zwischen Menschen und Wissenschaft knüpfen.
Streit um die Mathematik
Die Mathematik möchte es manchmal vertuschen, aber hinter ihrer Grandezza aus abstrakter Allgemeingültigkeit stecken Menschen aus Fleisch und Blut. Und die beraten nicht immer nur nüchtern über Probleme und Beweise, sie können sich auch mal richtig fetzen. Besonders emotional wird es in der Mathematik bei den Grundlagen. Wie wird Mathematik strukturiert? Welche Rolle spielen Fehler und missglückte Versuche dabei? Was erwarten eigentlich Mathematiker*innen von ihrer Disziplin? Und was passiert denn, wenn verschiedene Anschauungen aufeinanderprallen? In seiner Podcastreihe möchte Demian Nahuel Goos diese Fragen beleuchten und dem ein oder anderen Skandal in der äußerst menschlichen Geschichte der Mathematik nachspüren.
Ines Maria Eckermann
Ines Maria Eckermann ist promovierte Philosophin und arbeitet seit 15 Jahren als freie Autorin, Journalistin und Illustratorin. Für verschiedene Medien widmet sie sich Themen rund um Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Gesundheit und Philosophie. Neben ihrer journalistischen Tätigkeit hat sie mehrere Sachbücher verfasst. Zuletzt ist 2021 ihr Buch „Frei & kreativ“ bei Rheinwerk erschienen, eine Starthilfe in die Selbstständigkeit für kreative Köpfe. Ob als Journalistin, Autorin oder Illustratorin – sie versucht immer, durch ihre Kreativität auch Komplexes verständlich und zugleich sachlich richtig zu erklären.
Eine Reise in den Marianengraben der mathematischen Klimamodellierung
Schmelzende Gletscher und Inseln, die im Meer versinken, lebensbedrohliche Dürren und zerstörerische Überflutungen – mittlerweile ist in der Realität angekommen, wovor Wissenschaftler*innen seit Jahrzehnten warnen. 2015 haben sich schließlich fast alle Staaten bei der 21. UN-Klimakonferenz darauf geeinigt, die Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen. Aber ist das überhaupt noch zu schaffen? Um das zu beantworten, sind komplexe Modelle nötig, die mithilfe von Unmengen an Daten berechnen, ob es kurz vor oder schon kurz nach 12 ist. In ihrem Projekt am MIP.labor möchte Ines Maria Eckermann in die Mathematik hinter diesen Modellen eintauchen. Denn noch fühlt sich ein Blick unter die Oberfläche der Berechnungen auch für sie selbst wie eine Reise in die stockdunkle Tiefsee an. Wer sie begleitet, sollte sich auf die mysteriöse Welt hochgradig nichtlinearer Systeme gefasst machen.
Richard Fuchs
Richard Fuchs ist seit 15 Jahren freier Wissenschaftsjournalist, spezialisiert auf Themen aus Energie- und Klimapolitik, Rohstoffe und Umwelt. Seine Beiträge erscheinen beim SWR, dem Deutschlandfunk, und anderen öffentlich-rechtlichen Sendern. Für die Klaus Tschira Stiftung moderiert er den Podcast „Treffen sich Welten“. In seiner Arbeit reizen ihn vor allem die vermeintlich sperrigen Themen. Ob bei digitalen Herzschrittmachern oder organischen Halbleitern – für Richard Fuchs wird es da spannend, wo er komplexe Fragen durchdringen und seinem Publikum zugänglich machen kann.
Ein Blick in die Welt hinter der Steckdose
Jeder sieht sie, aber kaum jemand nimmt sie bewusst wahr – solange alles gut läuft. Dabei gehören Stromnetze zu den wohl faszinierendsten und vielleicht sogar kompliziertesten Netzwerken, die Menschen je erfunden haben. Ein System, das nur reibungslos funktioniert, weil theoretische Physik, Mathematik und moderne Informationstechnologie fehlerfrei zusammenwirken. Doch diesem eingespielten System stehen große Umbrüche bevor: Wo früher ein zentrales Kohlekraftwerk zuverlässig Energie einspeiste, gibt es heute wetterabhängige Windräder und Solaranlagen, die auf den Dächern der ganzen Stadt verteilt sind. In seinem Projekt am MIP.labor überlegt Richard Fuchs, wie das Stromnetz der Zukunft diese Herausforderungen gut meistern kann und welche Rolle neue Technologien wie Künstliche Intelligenz und Supraleiter dabei spielen werden.
Bernadette Lessel
Bernadette Lessel studierte Mathematik und Physik an der Philipps-Universität Marburg und promovierte 2018 in Mathematik an der Georg-August Universität Göttingen zum Thema „Shape Space in Terms of Wasserstein Geometry and Applications to Quantum Physics“. Seitdem arbeitet sie als Wissenschaftshistorikerin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin über die Rolle der Mathematik in Finalen Theorien. Im Wissenschaftsjournalismus sieht sie die wichtige Möglichkeit und Chance, Praktiken der Wissenschaften zu beobachten und darüber zu berichten.
Die String Theorie im Blick
Im MIP.labor möchte Bernadette Lessel ergänzend zu ihrer historischen Forschung ein Videoformat entwickeln, das sich inhaltlich erklärend mit der String Theorie auseinandersetzt. Dabei soll es aber auch um Fragen der experimentellen Überprüfbarkeit der Theorie und ihrer philosophischen Schwierigkeiten gehen. Und darum, ob die String Theorie ihrer besonderen historischen Verantwortung bei der Suche nach einer finalen Theorie gerecht werden kann. Im Zentrum dieses Formats sollen dabei kurze Interviews mit Forschenden der String Theorie, der Philosophie und der Wissenschaftsgeschichte stehen.

Ehemalige Fellows

Johanna Michaels
Eine Reise durch den Raum
Christoph Drösser
Was ist ein Vorurteil? Was ist fair?
Rüdiger Braun
Groove-Lab
Reinhart Brüning
Encrypted
Jan-Hendrik Müller
Phänomene der medizinischen Physik visuell begreifbar machen
Marlene Knoche
Willkommen bei “Hilbert’s Holidays”

Projekte

Die Projekte unserer ehemaligen Fellows haben wir hier aufgelistet. Die aktuellen Projekte finden Sie unter Fellows.

Browsergame
Willkommen bei “Hilbert’s Holidays”
Wer war eigentlich dieser David Hilbert und was hat er mit einem Hotel zu tun? In ihrem selbst illustrierten Adventure-Game klärt Marlene Knoche diese Fragen und wirft gleich weitere auf. Hinter jeder Zimmertür des Hilbert-Hotels warten neue Rätsel und spannende Geschichten über große Mathematiker*innen. Wer glaubt, dass die ihr Leben am Schreibtisch verbracht haben, sollte sich auf Überraschungen gefasst machen. Nur eins ist sicher: Hilbert hat immer noch ein Zimmer frei.
VR Anwendung
Eine Reise durch den Raum
Raum – das ist etwas, das man mit Linien durchziehen kann. Sie laufen schnurgerade in drei senkrechte Richtungen und sind teilbar in beliebige Abstände. Wie in einem Kartesischen Koordinatensystem eben. Aber stimmt das immer? Der Raum ist ein so grundlegendes Konzept, dass es schwerfällt, sich etwas ohne ihn vorzustellen. Kein Wunder also, dass wir nicht oft darüber nachdenken, welche Eigenschaften er eigentlich hat und ob alles auch ganz anders sein könnte. Dabei gibt es da so viel zu entdecken! Setzen Sie die VR- Brille auf und begeben Sie sich auf eine Reise durch den physikalischen Raum, erkunden Sie fremde Geometrien und lernen Sie ganz nebenbei, was das mit der allgemeinen Relativitätstheorie zu tun hat.
interaktiver Artikel
Was ist ein Vorurteil? Was ist fair?
In den vergangenen Jahren sind Algorithmen aus dem Feld der Künstlichen Intelligenz (KI), die zunehmend lebenswichtige Entscheidungen über uns treffen, in die Diskussion geraten. Dabei werden im englischsprachigen Raum oft die Begriffe bias (Vorurteil, Voreingenommenheit) und fairness verwendet, häufig in der Annahme, dass das selbsterklärende Konzepte sind. Zum Beispiel würde sich kaum jemand dazu bekennen, dass er oder sie KandidatInnen für einen Job aufgrund des Geschlechts oder der ethnischen Herkunft bevorzugen oder benachteiligen würde. Während Menschen oft „nach Gefühl“ urteilen, muss man die Konzepte von bias und fairness für Algorithmen mathematisch formulieren – und das ist gar nicht so einfach.
Webapp
Groove-Lab
Musiker als auch musikalische Laien sollen in seinem Projekt ihre individuellen Rhythmusfähigkeiten erkunden und erweitern können. Außerdem gibt es fundierte Informationen rund um das Thema Rhythmus und über die Beziehung von Mathematik und Musik. Unter anderem die Grundlagen der Rhythmusforschung, neue Methoden, die mit Hilfe von musikalischen Rhythmen verblüffende Therapie-Erfolge erzielen und Tipps, wie man schädliche Einflüsse aufgrund von Kunstlicht, Computernutzung und Lebensstil auf die chronobiologischen Prozesse in unserem Körper vermeiden und vermindern kann.
Browsergame
Encrypted
Das Computerspiel „Encrypted“ gamifiziert Fragen rund um die Blockchain-Technologie, deren Chancen und Probleme. Nutzende schlüpfen in die Rolle einer Ermittlerin und müssen einen Kriminalfall aufklären. Der Brand eines Rechenzentrums, viele andere hereinbrechende Crypto Crimes und ein Mosaikhaufen aus Indizien ziehen sie vom Detekteischreibtisch aus immer tiefer in die Welt der Informationstechnologie und Infrastruktur von Kryptowährungen: Wie und wo schürfen die „Miner“ das Kryptogeld? Für wen arbeiten sie? Kann man eine Blockchain hacken oder physisch die Kontrolle erobern? Gibt es Blockchain-Technologien, die ohne großen Energieverbrauch auskommen? Und wie kommt die Ermittlerin an genug Bitcoins um den nächsten Informanten zu bezahlen? Die Story verknüpft einschneidende wie kuriose Ereignisse aus der Zeitgeschichte der Blockchain und Milieuskizzen mit Fiktion und Lektionen zum Thema.

Team

Hier stellt sich das Team des MIP.labor vor.

Dr. Anna Maria Hartkopf
Projektleiterin
Johanna Michaels
Wissenschaftsredakteurin
David Vogel
Wissenschaftsredakteur
Erin Henning
Doktorandin
Stefan Auerbach
Software Entwickler
Peggy da Costa Lincke
Projektassistenz
Mara Kortenkamp
Studentische Hilfskraft
Philine Vogt
Studentische Hilfskraft
Noah Hassan
Studentische Hilfskraft
Claudia Mitukiewicz
Studentische Hilfskraft
Mathieu Josserand
Studentische Hilfskraft

Forschung

Ziel des MIP.labor ist es, neue Wege im Wissenschaftsjournalismus zu erkunden. Wir möchten innovative Formate entwerfen, die junge Menschen mit journalistischen Inhalten aus Mathematik, Informatik und Physik ansprechen. Damit das MIP.labor transparent und nachhaltig zu dieser Weiterentwicklung beitragen kann, begleitet eine Evaluation die Projektarbeit der Fellows.

Erin Henning ist Doktorandin an der Freien Universität Berlin und führt die Begleitforschung im Rahmen ihrer Dissertation zu mathematischer Wissenschaftskommunikation durch. Während der Entwicklung der Formate unterstützt sie die Fellows am MIP.labor mit einer formativen Evaluation. Durch einen „Proof of Concept“ können aktiv aktuelle Forschungsergebnisse in die Projektentwicklung eingebracht werden. Nach der Fertigstellung des Projekts erfolgt für ausgewählte Formate eine summative Evaluation. Dabei zeigen die entwickelten Formate, ob sie ihre Ziele und Zielgruppe erreichen konnten. So profitieren sowohl die Fellows der folgenden Generationen als auch der Wissenschaftsjournalismus von den gewonnenen Erkenntnissen.

Dr. Philipp Niemann und Cecilia Buz vom Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik) unterstützen das MIP.labor bei der Begleitforschung. Dr. Philipp Niemann ist wissenschaftlicher Leiter des NaWik. Sein Forschungsschwerpunkt im Bereich Wissenschaftskommunikation ist die qualitative Rezeptionsforschung. Cecilia Buz ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsteam des NaWik beschäftigt. Um die Umsetzung der Studien am MIP.labor, kümmert sich die Doktorandin Erin Henning.

Cecilia Buz
NaWik
Dr. Philipp Niemann
NaWik
Erin Henning
MIP.labor

Beirat

Das MIP.labor wird durch einen Beirat unterstützt. Die Mitglieder des Fachbeirats sind Expert*innen aus den Bereichen Wissen­schaft, Medien und Wissenschafts­kommunikation.

Prof. Christina Elmer
TU Dortmund
Lilian Knobel
Geschäftsführerin der Klaus Tschira Stiftung, Heidelberg
Gero von der Stein
Leiter Kommunikation Klaus Tschira Stiftung, Heidelberg
Prof. Dr. Albrecht Schmidt
Ludwig-Maximilians-Universität München
Karsten Schwanke
Freier Journalist, Köln
Prof. Dr. Volker Springel
Max-Planck-Insitut für Astrophysik, München
Volker Stollorz
Science Media Center, Köln
Stefanie Terp
Leiterin Presseabteilung Technische Universität Berlin
Markus Weißkopf
Table.Media, Berlin
Eva Wolfangel
Freie Journalistin, Stuttgart
Prof. Dr. Günter M. Ziegler
Präsident, Freie Universität Berlin